Jean-Henri Pape, geboren als Johann Heinrich Pape und auch bekannt als Henry Pape (1. Juli 1789 – 2. Februar 1875), war im frühen 19. Jahrhundert ein angesehener französischer Klavier- und Harfenbauer.

Pape wurde 1789 in Sarstedt, Deutschland, geboren. 1811 kam er nach Paris und fand eine Anstellung bei Pleyel, dessen Klavierwerkstätten er mehrere Jahre lang leitete. 1815 gründete er seine eigene Klaviermanufaktur und verbesserte sie fast vierzig Jahre lang jährlich durch neue Erfindungen.

Seine ersten Flügel folgten dem englischen System von Broadwood und Tomkinson. Obwohl er über ein mechanisches Genie verfügte, dauerte es nicht lange, bis er die Konstruktionsprinzipien modifizierte und dann völlig änderte. Pape konzentrierte sich auf Mängel bei Tafelklavieren und Flügeln, die durch den baulichen Spalt zwischen Resonanzboden und Stimmstock verursacht wurden, durch den die Hämmer die Saiten anschlagen konnten. Die Lösung, die Mechaniken über den Saiten anzuordnen, war schon von Marius, dann von Hildebrand und schließlich von Streicher in Wien erdacht worden. Anstelle von Hebeln und Gegengewichten verwendete Pape bei seiner Konstruktion jedoch eine Schraubenfeder, um die Hämmer schnell und nahezu ohne Auswirkung auf den Anschlag anzuheben. Dieses System war bei Tafelklavieren sehr erfolgreich, bei Flügeln fehlte es ihm jedoch an Leichtigkeit und Feinheit. Die Variationen, die er in die Formen und Mechaniken von Klavieren einführte, verliehen seinen Instrumenten eine bemerkenswerte Kraft.

Jean Henri Pape Konsolenklavier um 1840

Die Arbeit dieses begabten Herstellers wurde durch positive Berichte über seine Instrumente von der Société d’encouragement pour l’industrie nationale am 19. September 1832 und von der Académie des beaux-arts de l’institut de France im Jahr 1833 belohnt. Er erhielt eine Goldmedaille auf der französischen Industrieausstellung von 1834 sowie eine Medaille der Ehrenlegion im Jahr 1839. Pape war in allen Bereichen der Mechanik bewandert und erfand eine Maschine zum Spiralsägen von Holz oder Elfenbein. Seine Ergebnisse stellte er 1827 vor.

Eines seiner Klaviere war mit 2,75 Metern langen und 60 Zentimeter breiten Elfenbeinplatten furniert. Eine kleine Broschüre würdigte seine Verdienste um das Instrument (Notice sur les inventions et perfectionnements apportes par H. Pape dans la fabrication des pianos, Paris: Loquin: 11 Seiten mit drei Lithografien).

Pape konnte mit der zunehmenden Industrialisierung der Klavierproduktion nicht Schritt halten. Als er 1875 im Pariser Vorort Asnières-sur-Seine starb, wo er seine Forschungen zum Bau des Instruments fortgesetzt hatte, war er verarmt. Eine Zeit lang leiteten sein Sohn und sein Neffe die von ihm gegründete Fabrik.