Werkstatt

Restaurierungsbericht für Klavier Pleyel,

Paris 1929, Seriennummer 188.927,
Gehäuse von Emile-Jaques Ruhlmann

Als das Klavier 2019 zur Restaurierung zu uns kam, befand es sich in einem vollständigen Originalzustand.
Es war zuvor noch nie restauriert worden. Markierungen auf der Unterseite weisen darauf hin, dass das Klavier lange Zeit eingelagert war.

Bei dem Musikinstrument handelt es sich um ein Pleyel Modell F, ein angesehenes und beliebtes Modell aus den 1920er Jahren.

Ruhlmann ließ ein zweites Gehäuse aus Eichenholz um den Korpus des Pleyel herum anfertigen, wodurch das Klavier die charakteristische dreieckige Ruhlmann-Form erhielt.

Auf diesem äußeren Eichengehäuse liegt das Furnier aus Makassar, Eichenholz und Königsholz (Bois de Violet).

Der Innendeckel, der Notenständer und das Innere der Akustikgitarre sind mit der Ölblattgoldtechnik auf rotem Grund vergoldet, einer klassischen Technik, die seit Jahrhunderten zur Verzierung europäischer Kirchen und Paläste verwendet wird.

Unser Team begann mit dem akustischen Teil. Das Klavier wurde zerlegt, Stifte, Saiten und der schwere Eisenrahmen wurden herausgenommen.

Der Rahmen wurde mit der gleichen goldenen Farbe besprüht wie zuvor.

Der Resonanzboden wurde mithilfe eines kleinen elektrischen Heizgeräts unter dem Klavier etwa fünf Tage lang langsam getrocknet und anschließend mit einer Krone versehen. Risse im Resonanzboden wurden repariert. Der Resonanzboden wurde geschliffen und mit Resonanzbodenlack lackiert.

Das Klavier wurde mit den gleichen Abmessungen wie zuvor neu bespannt.
Die Grundsaiten wurden von Gregor Heller, Deutschland, maßgefertigt, die Stahlsaiten von Röslau, Deutschland. Die neuen Stimmwirbel sind die originalen schwarz-blauen.
Der rote Filz der Akustikgitarre wurde in der gleichen Qualität und Farbe wie das Original erneuert.
Die Filzfabrik existiert noch immer. Sie befindet sich in Wurzen, Deutschland. Sie belieferte im 19. und 20. Jahrhundert die französischen Klaviermarken und produziert noch immer denselben Filz.
Die Dämpferfilze wurden in höchster Qualität erneuert. Das Dämpfersystem wurde sorgfältig restauriert und gründlich reguliert.

Die Mechanik wurde gereinigt, reguliert und die Hämmer neu geformt. Kleinere, abgenutzte Leder- und Filzteile wurden ersetzt. Alle Teile wurden originalgetreu erhalten und wieder in einen spielbaren Zustand gebracht, bereit für professionelle Ansprüche.

Die originalen Elfenbein-Tastenbeläge wurden leicht gebleicht und poliert. Sollten sie für den internationalen Export entfernt werden müssen, empfehlen wir den Austausch durch Elforyn, einen hochwertigen Mineralersatz. Dieser weist die typische Maserung und Haptik auf. Selbst für Spezialisten ist der Unterschied zu echtem Elfenbein nicht erkennbar.

Die Blattgoldteile wurden mit dem hochwertigsten Blattgold, dem 23,75 Karat Rosenobel-Doppelgold, neu vergoldet. Die Arbeit wurde vom renommierten Markus Schmidt, studierter Kirchenrestaurator, und seiner Frau Claudia Schmidt-Felderhoff aus Bamberg, Bayern, ausgeführt. Das Ergebnis war extrem glänzend und für den praktischen Gebrauch nicht geeignet, da ein Klavier beim Spielen berührt wird. Durch Berührung nutzt sich Blattgold schnell ab. Deshalb haben wir das Gold leicht mit einem Sprühfirnis geschützt, einem Spray, das normalerweise Ölgemälde auf Leinwand schützt, dem Universal-Fixativ von Schmincke. Das extrem glänzende Erscheinungsbild des Goldes wurde dadurch etwas dezenter und matter.

Unter dem Notenständer befand sich ein dünnes Holztuch, das zerstört wurde. Wir haben es durch einen dünnen Stoff aus reiner Wolle gleicher Qualität und Farbe ersetzt.

Die Buchstaben „Pleyel Paris“ auf der Tastenklappe wurden von Claudia Schmidt-Felderhoff einfühlsam neu bemalt.

Die von unserem Team abgenommenen feuervergoldeten Bronzen wurden sorgfältig mit einem Ultraschallgerät und anschließend von Hand mit Wasser, Zitronensäure und Backpulver gereinigt. Wir betrachten die Bronzen als in sehr gutem Originalzustand, und die Quecksilbervergoldung ist sehr gut erhalten.

Das Originalfurnier war zu 98 % vollständig, nur lose Teile waren vorhanden. Es wurde von Wolfgang Bischoff aus Elzach, einem ausgebildeten und erfahrenen Möbelrestaurator, restauriert, der sich mit der Restaurierung von Klaviergehäusen auskennt. Das Gehäuse wies Spuren früherer Feuchtigkeit auf, die zu einer unregelmäßigen, unebenen Oberfläche führten. Bischoff verfügt über einen großen Bestand an hochwertigen Furnieren, aus dem er kleine Stücke auswählte, um die fehlenden Teile zu ersetzen. Alle losen Furniere wurden sorgfältig entfernt, gereinigt und passgenau wieder aufgeklebt. Abschließend wurde die Oberfläche von Hand mit Schellack poliert.

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Die Restaurierung des Ruhlmann Pleyel wurde 2024 abgeschlossen.

Ettlingen, 6. Februar 2025

Claudia Klinkenberg

Nach der sensiblen Reparatur der Resonanzdecke, die aus der Zeit stammt in der Chopin lebte, kommt beim Pleyel die Neubesaitung
Augustin ist ein Genie in der Metallbearbeitung, wie bei diesen Bronzeteilen. Kleinere Risse und Kratzer in den Teilen verschwinden unter seinen Händen. Er erzielt seine atemberaubenden Ergebnisse, ohne die Vergoldung zu beschädigen.
Nachdem Augustin die kostbaren Bronzeteile dieses Flügels restauriert hat, werden die Holzoberflächen in traditioneller Art mit Schellack poliert.
Jeder Restaurator hat sein eigenes Geheimrezept aus Ölen und Zutaten
Die Werkstatt ist Poesie. Eine Lyra ist eine zeitlose Schönheit.


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